Kulturen - Arznei- und Gewürzpflanzen - Koriander
 
 
Koriander (Coriandrum sativum L., Doldenblütler, Apiaceae)

Geschätzte Anbaufläche
Deutschland 90 ha, Ungarn 1000 ha 

Verwendung
Gewürz mit mild-würzigem bis scharfen Geschmack für Brot-, Wurst-, Back- und Süßwaren. Bestandteil von Curry-Gewürzmischungen. Der unangenehme wanzenartige Geruch der wachsenden Pflanze bzw.der unreifen Früchte weicht zur Reife dem angenehmen Geruch. 

Boden und Klima
Koriander bevorzugt alkalische, leicht- bis mittelschwere Böden; schwere und feuchte Standorte sind zu meiden. Er bevorzugt warmes Klima, gedeiht aber bis Norddeutschland. Kälteverträglichkeit: im Keimstadium bis -9° C , im Rosettenstadium bis -16° C.

Sortenbeispiele
Thüringer, Jantar, Sandra, Csillag; als nachwachsender Rohstoff: Corry, Petro. Zu unterscheiden sind klein - und großfrüchtige Typen, wobei die kleinfrüchtigen in der Regel höhere Ätherisch-Ölgehalte aufweisen.

Düngung (kg/ha)

Stickstoff N
Phosphat P2O5
Kali K2O
Kalk (CaO)
Organische Düngung 
50-60
60
80 
Zur Vorfrucht 
 Zur Vorfrucht

Anbau 

Anbautermin
TKM in g
Reihenweite cm
Saattiefe cm
Saatstärke kg/ha
Ab Ende März
4-10
25-30
2-4
16-20

Aufgang innerhalb von 14 Tagen, die gesamte Vegetationsdauer beträgt lediglich 120 Tage. Geringere Saatstärken führen zwar zu robusten Pflanzen mit mehr Blüten, die aber ungleich abreifen.

Unkrautregulierung
Ein- bis zweimalige Hacke kann notwendig werden, da Koriander den Bestand zu Beginn der Vegetation nur langsam schließt.

Krankheiten und Schädlinge 
Blattwanzen verursachen Saugschäden an Triebspitzen und Dolden. Gegen Blattläuse darf PIRIMOR-GRANULAT mit §18 Genehmigung eingesetzt werden. Bakterielle Welke (Doldenbrand) vor allem bei feuchter Witterung. 

Ernte und Ertrag
Die Bestimmung des richtigen Erntezeitpunkts ist schwierig, da Koriander keine determinierte Blüte bzw. Reife aufweist. Die Dolden erster Ordnung, die circa 30% des Gesamtertrags ausmachen, können schon ausfallen, wenn die Dolden 2. Ordnung vollreif sind (ca. 50% des Gesamtertrags). Die Ernteerfolgt daher mit dem Mähdrescher ab Mitte Juli, wenn der Bestand sich gelblich-bräunlich verfärbt hat und die Dolden 2. Ordnung noch nicht ganz ihre Vollreife erreicht haben. Der Drusch muss sehr schonend erfolgen, da bei zu scharfem Drusch die Früchtein Teilfrüchte zerfallen. Diese müssen entfernt werden, da nur ganze Früchte zu vollem Preis vermarktet werden können. Teilfrüchte verlierenwährend der Lagerung auch ungleich mehr ätherisches Öl und damit Geschmack als ganze Früchte. Maximale Lagerfeuchtigkeit 12 %. Erträge 13-15 dt/ha