Kulturen - Arznei- und Gewürzpflanzen - Zitronenmelisse
 
 
Zitronenmelisse

ZitronenmelisseGeschätzte Anbaufläche
Deutschland 150 ha ,
Ungarn 100 ha ,
Bulgarien, Rumänien

Verwendung
Obwohl Melisse in den Blättern ätherisches Öl nur in geringer Konzentration enthält, sorgt dieses aber für einen intensiven zitronenartigen Duft bzw. Geschmack. Melissenkraut ist
alleiniger oder Mischungsbestandteil von Kräutertees und wird in alkoholischer Lösung in Melissengeist und diversen Likören eingesetzt.

Boden und Klima
Die mehrjährige Melisse gedeiht am besten auf humosen, nährstoffreichen aber nicht nassen oder zu trockenen Standorten.
Sie verträgt auch Schatten. Jungpflanzen sind frostempfindlich, in strengen Wintern kann es auch zu Auswinterungen kommen.

Sortenbeispiele
Quedlinburger Niederliegende, Aufrechte, Erfurter, Citronella, Landor

Düngung (kg/ha)

Stickstoff N
Phosphat P2O5
Kali K2O
Kalk (CaO)
Organische Düngung 
150
50
180
Bei niedrigem pH-Wert
 300 + dt/ha


Die Stickstoffgaben sollten geteilt werden: nach jedem Schnitt 40-50 kg N/ha. Stallmist wird vor der Pflanzung ausgebracht;auf wachsenden Kulturen ist die Verschmutzungsgefahr zu groß.

Anbau:

Melisse kann zwar direkt gesät werden (8-12 kg/ha), in der Praxis ist sie aber eine Pflanzkultur.

Anbautermin
1000
Kornmasse g
Reihenweite cm
Pflanzen/m²
Ende April Anfang Mai
0,6
50 x 25/35 cm
8/m²

Die sehr kleinen Samen sollten vorerst in einem Keimbeet oder in Anzuchtplatten bzw. Erdpresswürfel angebaut und nur dünn mit Erde bedeckt werden.

Zitronenmelisse lässt sich auch aus Kopfstecklingen oder bewurzelten Ausläufern vermehren. Ausläufer sollten 3-4 Knoten aufweisen.

Die Pflanzen breiten sich rasch aus und decken bald den Boden. Melisse wirft bei Reife seine Samen aus und vermehrt sich somit selbst, was aber auch dazu führt, dass sie zum Unkraut werden kann.

Unkrautregulierung
Melisse muss während der Jugendentwicklung mehrmals gehackt bzw. gejätet werden. Nach Bestandesschluss deckt Melisse gut den Boden. Vor der Ernte ist nochmals auf Unkrautfreiheit zu achten.

Wegen des mit den Jahren stärker werdenden Unkrautdrucks beträgt die Kulturdauer im Mittel drei Jahre.

Schädlinge und Krankheiten

Copyright AGES Foto W. DukatIn Deutschland hinterlassen Zikaden aber auch diverse Wanzenarten Saugspuren an Blättern, was eine deutliche Qualitätsminderung zur Folge hat. Auch können Fraßschäden von verschiedenen Raupen von Schmetterlingen auftreten ( KARATE ZEON ). An Krankheiten sind zu nennen: Septoria-Blattflecken, Echter Mehltau, Rost; gegen diese Krankheiten ist vor allem der Einsatz von SCORE 0,4 l/ha zu empfehlen.

Ernte und Ertrag
Am zweckmäßigsten erfolgt die Ernte mit einem Mählader, wobei darauf zu achten ist, dass das Erntegut nicht zu sehr gepresst wird. Bei zu hohem Druck verfärben sich die Blätter häßlich schwarz.

Schnitthöhe ca. 10 cm über dem Boden um den Wiederaustrieb sicherzustellen.

Das Erntegut wird zumeist geschnitten und Blätter von Stängeln durch Windsichtung voneinander getrennt und anschließend zügig bei max 40°C getrocknet. Krauterträge zwischen 100 und 250 dt/ha.

Wegen des geringen Gehalts wird Zitronenmelisse in Mitteleuropa selten zur Gewinnung des ätherischen Öl angebaut.