Die Stickstoffgaben sollten geteilt werden:
nach jedem Schnitt 40-50 kg N/ha. Stallmist wird vor der
Pflanzung ausgebracht;auf wachsenden Kulturen ist die Verschmutzungsgefahr
zu groß.
Melisse kann zwar direkt gesät werden (8-12
kg/ha), in der Praxis ist sie aber eine Pflanzkultur.
Anbautermin |
1000
Kornmasse g |
Reihenweite
cm |
Pflanzen/m² |
Ende
April Anfang Mai |
0,6 |
50
x 25/35 cm |
8/m² |
Die sehr kleinen Samen sollten vorerst in einem Keimbeet
oder in Anzuchtplatten bzw. Erdpresswürfel angebaut und
nur dünn mit Erde bedeckt werden.
Zitronenmelisse lässt sich auch aus Kopfstecklingen oder
bewurzelten Ausläufern vermehren. Ausläufer sollten 3-4
Knoten aufweisen.
Die Pflanzen breiten sich rasch aus und decken bald den
Boden. Melisse wirft bei Reife seine Samen aus und vermehrt
sich somit selbst, was aber auch dazu führt, dass sie
zum Unkraut werden kann.
Unkrautregulierung
Melisse muss während der Jugendentwicklung mehrmals gehackt
bzw. gejätet werden. Nach Bestandesschluss deckt Melisse
gut den Boden. Vor der Ernte ist nochmals auf Unkrautfreiheit
zu achten.
Wegen des mit den Jahren stärker werdenden Unkrautdrucks
beträgt die Kulturdauer im Mittel drei Jahre.
Schädlinge und Krankheiten

In
Deutschland hinterlassen Zikaden aber auch diverse Wanzenarten
Saugspuren an Blättern, was eine deutliche Qualitätsminderung
zur Folge hat. Auch können Fraßschäden von verschiedenen
Raupen von Schmetterlingen auftreten (
KARATE ZEON
). An Krankheiten sind zu nennen: Septoria-Blattflecken,
Echter Mehltau, Rost; gegen diese Krankheiten ist vor allem
der Einsatz von
SCORE
0,4 l/ha zu empfehlen.
Ernte und Ertrag
Am zweckmäßigsten erfolgt die Ernte mit einem Mählader,
wobei darauf zu achten ist, dass das Erntegut nicht zu
sehr gepresst wird. Bei zu hohem Druck verfärben sich
die Blätter häßlich schwarz.
Schnitthöhe ca. 10 cm über dem Boden um den Wiederaustrieb
sicherzustellen.
Das Erntegut wird zumeist geschnitten und Blätter von
Stängeln durch Windsichtung voneinander getrennt und anschließend
zügig bei max 40°C getrocknet. Krauterträge zwischen 100
und 250 dt/ha.
Wegen des geringen Gehalts wird Zitronenmelisse in Mitteleuropa
selten zur Gewinnung des ätherischen Öl angebaut.